Präambel

Das ProjektORienTierte Arbeiten (PORTA) wird an der IGS Embsen als ein wesentliches Unterrichtselement angesehen und stellt eine Säule unseres Schullebens dar, die von der Gesamtheit der einzelnen Fächer und Fachbereiche getragen wird. Dementsprechend geben die Unterrichtsfächer Stunden in die PORTA-Zeit. Neben Unterrichtsprojekten, die den einzelnen Schulfächern zugeordnet sind, gibt es ein vierstündiges im Stundenplan fest verankertes Unterrichtsfach, das es den Schülerinnen und Schülern (SuS) und den Lehrkräften ermöglicht, zu inhaltlichen Schwerpunkten themen- und fächerübergreifend zu arbeiten und diverse Arbeitstechniken und Methoden zu erproben und durchzuführen. Die Arbeit in der PORTA-Zeit kann zu einer (individualisierten) Profilbildung führen. Die Jahrgänge der IGS Embsen stimmen sich zudem im Rahmen der Erstellung der Jahresarbeitspläne untereinander ab, ob zusätzlich zu PORTA und Projekten im Regelunterricht Projekte zu bestimmten Themenbereichen angeboten werden.

Projektlernen

Es werden zwei Projektformen unterschieden.

1. Das lineare Projekt:

Diese Projektform findet im Anschluss an verschiedene Lehr- und Lernbemühungen zu einem oder mehreren Themengebieten statt. Das Projekt bietet die Möglichkeit, zuvor Gelerntes, Geübtes und Vertieftes anzuwenden, zu verknüpfen und Transfer zu leisten. Hierdurch wird Wissen vertieft, angewendet und geübt.



2. Das integrative Projekt:

Im Mittelpunkt steht das Projektvorhaben. Wird während des Projekts Bedarf an Fachwissen, Fachmethoden, Übungen und Anwendungen festgestellt, werden entsprechende Bausteine „zwischengeschoben“.



(vgl. Nohl S. 4)


Projektmerkmale: Was ist projektorientiertes Arbeiten?

Entsprechend des Alters und der Projekterfahrung kann man den SuS Freiraum für eigenständiges Arbeiten geben. Wenn man in der Schule von Projekten spricht, handelt es sich meistens um eine reduzierte Form – das projektorientierte Arbeiten.



(vgl. Klein S. 18)


Eine wichtige Rolle spielen die zielgerichtete Planung, die Prozess- und die Produktorientierung.

Ein wichtiges Ziel ist außerdem die Fähigkeit der Reflexion über das gemeinschaftliche Handeln, um daraus Erkenntnisse zu gewinnen und um demokratisch zu handeln.

Phasen eines Projekts

Projekte müssen als komplexe Arbeitsvorhaben gut strukturiert werden. Die Unterteilung des Projektes in Phasen und die weitere Unterteilung der Arbeitsphasen in kleine Arbeitsschritte und Aufgaben machen das Projekt überschaubar und damit für unsere Schülerinnen und Schüler leichter zu bewältigen. Durch das kleinschrittige Vorgehen entsteht eine Dokumentation des Arbeitsfortschrittes. Zwischenreflexionen können den Projektgruppen verdeutlichen, wo sie stehen und unterstützen sie bei der Planung der nächsten Schritte.



Projektarbeit muss man lernen!

SuS können (und müssen!) aufs Projektlernen vorbereitet werden – Projekte verlangen SuS sehr viel auf einmal ab:



(vgl. Kochwasser, Horcher, Kaiser S.13)


Nicht alle Kompetenzen können und müssen von den SuS schon zum Projektstart beherrscht werden. Viele können innerhalb eines Projektes gut eingeführt oder thematisiert werden. SuS können in Projekten in besonderem Maße erfahren, dass methodische, soziale, kommunikative und personale Fähigkeiten hilfreich sind.



(vgl. Nohl S. 9)


Eltern und PORTA

Auch Eltern müssen PORTA lernen!

Durch die Berichte unserer Schülerinnen und Schüler über PORTA kann zu Hause leicht der Eindruck entstehen, in der Schule gehe alles drunter und drüber und unsere SuS seien sich selbst überlassen usw. Um Missverständnisse zu vermeiden, ist es sinnvoll, dass die Eltern über Projektarbeit informiert werden. Die Aussagen der Kinder werden ganz anders eingeordnet, wenn Eltern vorgestellt wurde, was PORTA ist, warum unsere SuS projektartig arbeiten sollen und warum Fehler und Irrwege wichtig für den Lernprozess sind.

Eltern können Projektarbeit grundsätzlich unterstützen, indem sie z.B. bei Frustration und Unzufriedenheit ermutigen, konstruktive Lösungen zu suchen. Eltern können Expertenwissen zu bestimmten Inhalten einbringen. Eltern können als Publikum bei Präsentationen die Arbeit der SuS wertschätzen. Dazu haben Sie an der IGS Embsen als „offene Schule“ die Möglichkeit!

(vgl. Nohl S. 8 und S. 40)

Gründe für ‚Projektorientiertes Arbeiten‘

Erweiterung der Methodenkompetenz
Projektorientiertes Lernen bietet Möglichkeiten handelnd Denkstrukturen a

Die Kerncurricula fordern im Rahmen des Kompetenzerwerbs „Projektlernen aufzubauen und den Zugang zur Welt durch unmittelbare Erfahrungen und Eigentätigkeit zu erlangen.

Projektorientiertes Arbeiten bereitet auf die Anforderungen der Arbeitswelt vor. Komplexe Arbeitsprozesse sind nicht mehr von Einzelpersonen leistbar - Teamarbeit wird überall gefordert.

Durch Projektarbeit werden fachliche, kommunikative, soziale und personale Kompetenzen (die so genannten Schlüsselqualifikationen) erlernt und trainiert, z.B.:

=> Selbstständiges Arbeiten (zielbewusstes Arbeiten)
=> Übernahme von Verantwortung (Arbeitsdisziplin)
=> Problemlösekompetenzen (praktisches Denken)
=> Training der Teamfähigkeit
=> Individuelle Profilbildung/ Förderung der Persönlichkeitsentwicklung

(vgl. Gudjons S. 51)

Rahmenbedingungen

PORTA ist an der IGS Embsen vom 5. bis zum 10. Jahrgang ein fester Bestandteil des Stundenplans mit zwei wöchentlichen Blöcken. Diese Blöcke sind in jedem Jahrgang parallel gelegt, um stammgruppenübergreifendes Arbeiten zu ermöglichen.

Davon ausgehend, dass im Laufe der PORTA-Zeit viele Kompetenzfelder der einzelnen Unterrichtsfächer angesprochen werden, geben die einzelnen Unterrichtsfächer Unterrichtsstunden in die PORTA-Zeit.

Die PORTA-Stunden werden zur Hälfte aus dem Fach Arbeit- Wirtschaft und Technik (2 Stunden) generiert. In Jahrgang 5 werden zudem die Fächer Religion/ Werte und Normen und Gesellschaft, in Jahrgang 6 Gesellschaft und Naturwissenschaften, in Jahrgang 7 Musik/ Kunst und Gesellschaft je eine Unterrichtsstunde an die PORTA-Zeit übertragen.

Die Durchführung von PORTA liegt in Jahrgang 5 und 6 in der Regel in der Hand des Tandems. Im 7. Jahrgang unterrichten ein Tutor und eine AWT-Lehrkraft zusammen.

Auswahl der Themen

In Jahrgang 5 und 6 liegt der Schwerpunkt in PORTA darauf, Projektarbeit zu erlernen. Dementsprechend sind Tischgruppen-, Sozial- und Methodentraining fester Bestandteil. In ersten kleinen Projekten im Stammgruppenverband werden Projekterfahrungen gesammelt und reflektiert. Die Fachbereiche, die Stunden in PORTA abgeben, sind mindestens mit einem Themen-Projekt im Schuljahr vertreten. Im 7. Jahrgang werden zudem die Inhalte des Faches AWT in zehn kleinen Projekten (analog zum Kerncurriculum) vermittelt. Der Anspruch an Selbstständigkeit und Verantwortungsübernahme wird im Verlauf langsam gesteigert.

Rolle der Lehrkraft

Die Initiierung, Begleitung und Evaluation von Projekten verlangt den Lehrerinnen und Lehrern (LuL) insbesondere Prozesskompetenz ab, weil Prozesse begleitet werden, die SuS (mit-)planen. Es gilt, sich zurückzuhalten, auch wenn soziale Lernprozesse oder Planungsprozesse bei den SuS nicht reibungslos ablaufen.

Die Lehrkraft muss abwägen, den SuS einerseits den Raum für eigene Fehler zu lassen, wie es für ihr Lernen förderlich ist, andererseits muss vermieden werden, dass SuS wegen Überforderung frustriert sind und sich damit die Bereitschaft für zukünftige Projektarbeit verringern könnte.

- LuL strukturieren PORTA entsprechend den Fähigkeiten der SuS.

- LuL unterstützen Gruppenarbeiten und geben dabei vor allem Hilfe zur Selbsthilfe (z.B. durch Projektpläne, Reflexionsbögen, Tipps zur Materialbeschaffung usw.).

- LuL gestalten Zwischenreflexionen entsprechend dem aktuellen Projektstand flexibel und koordinieren dadurch den Lern- und Arbeitsprozess.



(vgl. Nohl S. 15)


Leistungsfeststellung und –bewertung

Die Tätigkeiten und Produkte der einzelnen SuS und Gruppen variieren zum Teil erheblich. Die Bewertungskriterien sollen daher den Projektgedanken nicht unnötig einschränken und ausreichend Variationsmöglichkeiten lassen. So kann es auch sein, dass es zu einzelnen Projekten keine schriftliche Rückmeldung durch die Lehrkraft gibt. In PORTA haben Bewertungsmethoden in Form von Selbsteinschätzung und Rückmeldungen von Mitschülerinnen und Mitschülern einen besonderen Stellenwert.

Die Bewertung sollte vorher transparent sein und sich auf alle Phasen des Projektes beziehen.

Die PORTA-Jahrgangs-Fachkonferenz legt die Bewertungskriterien und deren Gewichtung für die einzelnen Projekte fest.

In den Jahrgängen 5 und 6 werden die Leistungen im Fach PORTA im LEB im Tandembrief festgehalten. Ab Jg. 7 haben sowohl AWT, als auch PORTA eine Fach-LEB-Seite.

Literatur/Quellen:

Gudjons, Herbert/ Bastin, Johannes: Das Projektbuch II. Hamburg (3)1998.
Klein, Kerstin: Lernen mit Projekten. Mühlheim an der Ruhr 2008.
Kochwasser, Karin/ Horcher, Gerlinde/ Kaiser, Rebecca: Schüler üben Projektarbeit. Lichtenau 2006.
Nohl, Florian: Der Projektunterricht. Klasse 5-10. Buxtehude (3)2009.


[zurück zur PORTA-Seite]





 

Postanschrift
Bahnhofstraße 62
21409 Embsen
Telefon
04134 916630
Telefon
04134 916634
Fax
04134 916635
Email
sekretariat@iservigs-embsen.de
Bürozeiten
Mo-Fr 8:30 - 12:30 Uhr